Hat die Rente nur ein „temporäres“ Problem?

Jeder hat schon einmal davon gehört, dass wir ein Rentenproblem haben und dass das Rentensystem so auf Dauer nicht mehr funktionieren kann. Das deutsche Rentensystem ist ein Umlage finanziertes System. Das heißt, die jetzigen Beiträge werden unmittelbar wieder als Renten ausgeschüttet. Das hatte zu Beginn einen riesigen Vorteil, denn die Rentner erhielten sofort Geld, ohne das Geld angelegt werden musste.

Sparen gegen das Rentenproblem

Unter gewissen Voraussetzungen funktioniert unser Rentensystem.

Bei einer stetig steigenden Bevölkerung und einer überschaubaren Bezugsdauer kein Problem. Jedoch hat sich mit der Zeit die Lebenserwartung erhöht und damit auch die Bezugsdauer verlängert. Zusätzlich verlangsamte sich die Zunahme der Bevölkerung! Wodurch nicht mehr genug Beitragszahler für die Rente aufkommen. Wodurch das Rentenproblem immer größer wurde. Mittlerweile hätten wir ohne Migration jedes Jahr sogar einen Bevölkerungsrückgang!

Probleme des derzeitigen Rentensystems!

Die größten Probleme unseres Rentensystems sind die älter werdende Bevölkerung(höherer Bezugszeitraum) und das immer größer werdende Ungleichgewicht von Beitragszahlern und Beitragsempfängern. In den Nachkriegsjahren und besonders ab ca. 1955 bis 1964 (Babyboomer) kam es zu einem deutlichen Anstieg der Geburtenraten. Dieser Anstieg ging übermäßig stark durch den einsetzenden Pillenknick ab 1965 zurück. Bereits 1972 übertraf die Sterberate die Geburtenrate. Spätestens sobald ein Großteil dieser Babyboomer-Generation Beitragsempfänger ist, wird das jetzige Rentensystem kippen. Denn auch schon rund 10 Jahre vor diesem Ereignis (also jetzt in 2021) muss das Rentensystem massiv mit Steuergeldern subventioniert werden. 2018 gingen 26,4%(90,7 Mrd.) des Bundeshaushaltes an die Rentenversicherung.

Die Folge für Rentner und Beitragszahler

Desto mehr Babyboomer in Rente gehen, desto brisanter wird die Lage. Folge werden Kürzungen der Rente, Erhöhung des Renteneintrittsalters sowie eine Erhöhung der Rentenbeiträge sein. Weitere Maßnahmen könnten ein teilweiser Umbau auf eine Kapitalgedeckte Rente sein welche zu Begin der Einführung zusätzliche Kosten verursacht! Dies könnte ähnlich wie der eigene Aufbau in einem ETF-Depo realisiert werden.

Mit der Zeit wird alles Gut?!

Aber sobald durch diese Rente erste nennenswerte Erträge erzielt und ausgeschüttet werden fängt sich das System an zu stabilisieren. Ein anderer Effekt ist jedoch noch einmal deutlich größer! Wie hier in der Alterspyramide dargestellt, ist diese nicht, mehr oder weniger gleichmäßig, sondern hat bei den bereits erwähnten Babyboomern einen deutlichen Ausschlag. Tragischerweise tritt der größte Erholungseffekt dann ein, wenn die Babyboomer Jahrgänge nicht mehr zu den Rentenbeziehern gehören, sprich wenn diese verstorben sind.

Gehen wir einmal davon aus, dass bis 1969 die entscheidenden Jahrgänge sind und mehr als 75% dieser Jahrgänge nicht älter als 90 Jahre werden. So wird die Ausbuchtung der Babyboomer im Jahr 2059 abgetragen sein. Das wiederum heißt, dass alle zukünftigen Rentner die 2059 oder später in Rente gehen „nur“ die Beitragserhöhungen zur Rentenversicherung mitgetragen haben! Ab dann sollten die Beiträge wieder sinken und der Staatshaushalt weit weniger belastet werden. Zusätzlich greifen die umgesetzten Reformen, wie Beispielsweise die kapitalgedeckte Rente. Die Zeiten für alle die nach 1994 geboren sind (1994 + 65 Jahre = 2059) sehen also deutlich besser aus und das Rentenproblem sollten der Vergangenheit angehören.

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