Warum mein-grundeinkommen.de nicht richtig durchdacht ist.

Mein Grundeinkommen startete als Crowdfounding-Projekt auf startnext.com. Dort wurden im Finanzierungszeitraum: 02.07.14 10:18 Uhr-22.09.14 23:59 Uhr 51.868€ eingesammelt, was für 4 bedingungslose Grundeinkommen von je 1000€ für 12 Monate reichte.

Im Anschluss an das Crowdfounding-Projekt wurde der Verein Mein Grundeinkommen e.V. (gemeinnützig) gegründet und sammelt und verlost seit dem monatlich weitere Grundeinkommen.

Finanzierung des Projekts

Die Einnahmen des Vereins inkl. Grundeinkommenstopf betrugen im Jahr 2020 laut Jahresbericht 7.465.668,18€. 0,59% der Einnahmen stammen aus Kooperationen und der Rest von den Spendern. https://wirkung.mein-grundeinkommen.de/

Aufteilung

Grundeinkommenstopf: 52% – 3.884.239,32€ Verein 48% – 3.581.428,86€

Was passiert mit dem Grundeinkommenstopf: Ganz klar, diese Beträge gehen an die Gewinner der Verlosung.

Der falsche Denkansatz?

Die Ausschüttung des Grundeinkommenstopfs kopiert das bestehende Rentensystem. Dies ist ein Umlagesystem, was die Einnahmen quasi sofort wieder ausschüttet.

Die Nachhaltigkeit bei mein-grundeinkommen.de bleibt durch die Nutzung des Umlagesystems auf der Strecke. Würden die Crowdhörnchen weder den Grundeinkommenstopf noch den Verein weiterhin fördern, wären sofort zukünftige Grundeinkommen und die rund 35 Arbeitsplätze stark gefährdet.

Macht selber zu forschen mein-grundeinkommen noch größer oder hält es die Möglichkeiten klein?

Eine der wichtigen Fragen ist, warum benötigt der Verein(Verwaltung) rund 50% der Einnahmen. Könnte man dies nicht auch viel Effizienter handhaben? Er möchte belegbare Fakten durch Forschung schaffen, so das sich die Politik ernsthaft mit dieser Frage beschäftigt.

Ebenfalls setzt er mit den Arbeitsverträgen seiner Mitarbeitenden um, was man als sehr Arbeitnehmer freundlich ansehen kann. 32h/Woche Vollzeit und 35 Urlaubstagen und einem Gehalt das den Kopf frei macht. Das ist nicht näher definiert, wird sich aber vermutlich im vergleichbaren oberen Mittelfeld wiederfinden.

Auch könnte man sicherlich die Forschung viel mehr an Universitäten auslagern. Die daraus gewonnenen Gelder könnte man sicherlich nicht einfach in den Ausschüttungstopf übertragen, aber bei zukünftigen Spenden könnte man darauf hinweisen, dass der Verein auch mit weniger Finanzmittel auskommt und so die Crowdhörnchen motivieren, mehr in den Ausschüttungstopf zu überweisen.

Wie viele Menschen werden denn gefördert?

Stand Oktober 2021 werden 26 Einkommen zu je 1000€ für 12 Monate verlost. Wodurch gleichzeitig rund 300 Menschen ein Grundeikommen erhalten (Die Menschen aus den vorherigen Verlosungen bekommen ja auch noch einige Zeit ihr einkommen). Diese Zahl klingt erst einmal schon ganz ordentlich, jedoch was sind 300 bei 82.000.000 Einwohner? Nicht mehr als eine symbolische Geste.

Ob nun an 26 oder „nur“ an die Hälfte (also 13) pro Monat ein Grundeinkommen verlost wird ändert an der Symbolik eigentlich gar nichts. Wieso also nicht alles was mehr als für diese 13 Einkommen benötigt wird sinnvoll anlegen?

Das Geld an der Börse anlegen? Aber wir wollen doch weg vom Kapitalismus, oder etwa nicht?

Bei einem Investment an der Börse in Indexfonds (ETFs) werden Durchschnittlich 7%/Jahr erwirtschaftet. Um auf Nummer sicher zu gehen, entnehmen z.B. Frugalisten nur 4%/Jahr. Man nennt dies auch die 4%-Regel.

Man hätte also die Hälfte des Grundeinkommenstopf aus 2020 1.942.119,66€ investieren können. Wenn man die 4%-Regel als Grundlage angewendet hätte, hätte man 77.674,78€ der Investition wieder auszahlen können. Dieses Geld würde für 6,4 Grundeinkommen ausreichen. Sprich für 0,5 Grundeinkommen die man pro Monat verlosen könnten und das ab dann dauerhaft auf „ewig“.

Daraus ergeben sich revolutionäre Möglichkeiten!

Oder man wäre durch diese Einnahmen einen revolutionären Weg gegangen. Diese 77.674,78€ würde der Verein ab dann jährlich erhalten. Was für 6 dauerhafte unbegrenzte Grundeinkommen reichen würde.

Wenn Menschen dauerhaft dieses Grundeinkommen erhalten würden, würden sie ihr Leben auch dauerhaft verändern und dann könnte man, meiner Meinung nach, wirklich anfangen zu forschen, wie sich das Leben der Menschen mit einem Grundeinkommen verändert!

Was haltet ihr von der Idee, lieber alles so lassen wie es ist oder die Gegebenheiten des Kapitalmarktes nutzen und dauerhaft Veränderungen schaffen?

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